AFRICAN SCREENS - Neues Kino aus Afrika Filmfestival
Vom 09.10.2008 - 09.11.2008 findet nach Jahren wieder ein Afrika Film Festival im Haus der Kulturen statt. Das Festival möchte einen Überblick des zeitgenössischen afrikanischen Kinos geben, in dem sich in den letzten 15 Jahren entscheidende Veränderungen vollzogen haben. Teil des Festivals ist auch die 1. Ausgabe von AFRIKAMERA. Kurator des Festivals ist Manthia Diawara.
AFRIKAMERA 2008 – Best of FESPACO 2007
In seiner ersten Ausgabe im Jahr 2008 kooperiert AFRIKAMERA mit dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Im Rahmen des Festivals „AFRICAN SCREENS - Neues Kino aus Afrika“, das vom 9.10 – 9.11.2008 im Haus der Kulturen der Welt stattfinden wird, zeigt AFRIKAMERA eine Reihe ausgewählter Filme des größten afrikanischen Filmfestivals FESPACO 2007, die sich mit Fragen der Identität und Migration auseinandersetzen. Im Anschluss an die Filmvorführungen gibt es die Gelegenheit zum Gespräch mit den beteiligten Regisseuren.
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AFRICAN SCREENS - Neues Kino aus Afrika Filmfestival
09.10.2008 - 09.11.2008
Manthia Diawara, Kurator
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In den Sechzigerjahren beschrieben die Bücher von Chinua Achebe oder Wole Soyinka die Hoffnungen, die sich mit Entkolonialisierung und Unabhängigkeit verbanden. Heute sind es die Filmemacher Afrikas, die sich mit postkolonialen Machtverhältnissen und den Sehnsüchten der Menschen auseinandersetzen. Faszinierend an den neuen afrikanischen Filmlandschaften ist nicht zuletzt, dass in ihnen Afrikaner aller Länder zu Wort kommen und sich an Filmöffentlichkeiten weltweit wenden. Sie erschließen globale Themen aus den verschiedensten, zum Teil sehr persönlichen Blickwinkeln – etwa das Ende der nationalistischen Utopie in Afrika, aber auch die Überwindung des sprichwörtlichen Afro-Pessimismus.

AFRICAN SCREENS zeigt aktuelle Entwicklungen und kreative Visionen im zeitgenössischen afrikanischen Film. Eine ganze Reihe konkurrierender und oft auch gegensätzlicher Filmsprachen gibt es zu entdecken. Gerade kritische Positionen sind in Europa kaum zu sehen, weil sie im Widerspruch zu einer so politisch korrekten wie monolithischen Definition des afrikanischen Films durch hiesige Festivals und Kulturinstitutionen stehen. Der tatsächlich vorhandene Reichtum des filmischen Vokabulars, die Bandbreite schöpferischer wie politischer Vorstellungen erschließt sich aber erst, wenn wir weniger den Unterschied zwischen afrikanischen und westlichen Filmen im Blick haben, sondern die Verschiedenheit der Filmsprachen und politischen Visionen innerhalb Afrikas.
Manthia Diawara, geboren in Mali, leitet den Fachbereich Africana Studies an der New York University. Mit Büchern wie African Cinema (1985) oder Black American Cinema (1993) hat der Film- und Literaturwissenschaftler bahnbrechende Werke der Black Cultural Studies verfasst. Als Regisseur hat er u.a. Rouch in Reverse, ein Porträt des berühmten ethnografischen Filmemachers Jean Rouch, und – gemeinsam mit Ngûgî wa Thiong’o – den Dokumentarfilm Sembene Ousmane: The Making of the African Cinema gedreht.
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Postkoloniale Ästhetik
Drum
Film
Fr 10.10.2008 20:00h

Les Saignantes (Die Blutenden)
Film
Fr 10.10.2008 22:00h
R: Jean-Pierre Bekolo, Kamerun/Frankreich 2005, 93 min, OmU
Diskussion mit dem Regisseur
Sie bluten und sie lassen bluten: Zwei Frauen – jung, attraktiv, todbringend – ziehen los, um ein futuristisches Land von seinen korrupten, sex- und machtbesessenen Männern zu befreien. Sie erfüllen das Mevungu – ein Ritual des Beti-Volkes, das den Geheimgesellschaften der Frauen vorbehalten ist und nur in Krisenzeiten vollzogen wird. Krisenzeiten, die der Regisseur heute gekommen sieht … Spektakulärer Science-Fiction Politthriller, der 2007 beim zentralen afrikanischen Festival FESPACO den Silbernen „Etalon de Yennengar“ gewann.
Im Anschluss Party mit
Africain Sound System und DJ Nico (ex Tam Tam)
Afrikanisches Kino, Postkolonialismus und die ästhetischen Strategien der Repräsentation
Panel
Sa 11.10.2008 14:00h
mit John Akomfrah (Regisseur), Balufu Bakupa-Kanynda (Regisseur), Jean-Pierre Bekolo (Regisseur), Hans Belting (Kunstwissenschaftler) (tbc) Cheikh Fantamady Camara (Regisseur), Jihan El-Tahri (Regisseurin), Teresa Hoeffert de Turego, Mama Keita (Regisseur)
Moderation: Manthia Diawara
Dem neuen afrikanischen Film geht es nicht länger um simple Konfrontationen: Afrika gegen Europa, Kolonialismus gegen Unabhängigkeit, Tradition gegen Moderne: Genres und Identitäten verwischen sich, transnationale Themen, komplexe Subjektivitäten, aber auch die Rückkehr zu totemistischen Objekten und Spiritualität stehen im Vordergrund.
Afrikanisches Kino und die unvollendete Geschichte des Panafrikanismus: Afrikanisches Kino in der ARTE-Ära
Panel
Sa 11.10.2008 16:30h
Mit Newton Aduaka (Regisseur), Francois Belorgey (Bureau de la Cooperation Cinematographique), Zola Maseko (Regisseur), Haroun Mahat Saleh (Regisseur, Fonds Sud) (tbc), Christoph Terhechte (Berlinale) (tbc)
Die Rolle europäischer Institutionen bei der Produktion afrikanischer Filme steht außer Frage. In letzter Zeit ist besonders ARTE als Produzent von Filmen aufgetreten, die sich Themen wie Globalisierung, Menschenrechten und ökonomischer Gerechtigkeit widmen. Das Panel bringt Produzenten, Festivalleiter, Akademiker und Filmemacher an einen Tisch, um die Probleme der afrikanischen Filmproduktion zu diskutieren – und nach Möglichkeiten zu suchen, eigene afrikanische Produzenten zu fördern.
Le Sourire du Serpent (Das Lächeln der Schlange)
Film
Sa 11.10.2008 20:00h
R: Mama Keita, Guinea 2002, 86 min, OmE
Diskussion mit dem Regisseur
Nachts im Niemandsland, an irgendeiner Haltestelle: Marion, eine junge slawische Prostituierte und Adama aus Afrika. Sie warten auf den letzten Bus. Doch der wird nicht kommen – die Fahrerin ist längst tot. Die beiden sind einander und ihren Ängsten ausgeliefert, die Gefahr ist hautnah spürbar: Ist Adama der Mörder?

Thomas Sankara, l’espoir assassiné + Les caprices de Marianne V
Film
Sa 11.10.2008 22:00h
R: Balufu Bakupa-Kanynda, DR Kongo/Frankreich/Großbritannien 1991, 26 min, OmE
Diskussion mit dem Regisseur
Ein Porträt auf dem schmalen Grat zwischen Vergessen und Mystifizierung: Der Film begibt sich auf die Spuren des „Che Guevara Schwarzafrikas“, der 1987 als Präsident Burkina Fasos einem Mordanschlag zum Opfer fiel.
Les caprices de Marianne V (Die Launen der Marianne V)
R: Kamel Chérif und France Bonnet, Frankreich 2007,57 min, OmE
Was sind die „Launen von Marianne“, fragen die Regisseure – was sind die Gründe der französischen Fernsehsender, Kamel Chérifs preisgekrönten Film über einen Jungen, der seine eigene Beschneidung organisiert, nicht zu zeigen. Eine autobiografische Suche nach dem wahren Gehalt der egalitären Prinzipien Frankreichs.
Im Anschluss Party mit
Africain Sound System mit DJ Nico (ex Tam Tam)

The Hero
Film
So 12.10.2008 14:00h
R: ZéZé Gamboa, Angola/Portugal 2004, 97 min, OmE
Nach dem angolanischen Bürgerkrieg sind Vitorio lediglich eine Medaille und seine Beinprothese geblieben. Eines Nachts wird ihm auch die noch gestohlen. Nur die Beziehung zu einem 10-jährigen Jungen, der seinen Vater sucht, rettet ihn davor sich aufzugeben. Schonungsloses, aber auch liebevolles Porträt vom Krieg traumatisierter Menschen, die zum normalen Leben zurückzufinden versuchen. Großer Preis beim Sundance Film Festival.
Ezra
Film
So 12.10.2008 16:00h
R: Newton Aduaka, Nigeria/Frankreich 2006, 110 min, OmU
Diskussion mit dem Regisseur
Sierra Leone 2002: Ezra war Kindersoldat, nun steht er wegen eines Massakers in seinem eigenen Dorf vor einem UNO-Tribunal. Alkohol und Drogen haben tiefe Lücken in seinem Gedächtnis hinterlassen. Da erhebt seine Schwester einen schrecklichen Vorwurf … Fast nur mit Laiendarstellern gedreht erzählt der Film die Geschichte Ezras stellvertretend für das Schicksal der 120.000 Kindersoldaten in Afrika. Bester Film Durban International Film Festival 2007.

Testament
Film
So 12.10.2008 18:30h
R: John Akomfrah, Ghana/GB 1988,76 min, OmE
Diskussion mit dem Regisseur
Historische Archivaufnahmen, Traumsequenzen und politische Reflexionen, verwoben zu einem komplexen Experiment, das noch intensiviert wird durch die ritualartige Musik: 20 Jahre nach Ghanas sozialistischem Experiment unter Kwameh Nkrumah kehrt eine ehemalige Aktivistin als Reporterin in ihre Heimat zurück. Sie soll über Werner Herzogs Cobra Verde berichten, der z.T. in einem ehemaligen Sklavenfort in Ghana gedreht wurde.
Cuba - An African Odyssey
Film
So 12.10.2008 20:00h
R: Jihan El-Tahri, Ägypten/Frankreich 2007,118 min, OmE
Diskussion mit der Regisseurin
Die bisher kaum beachtete Geschichte der kubanischen Unterstützung afrikanischer Befreiungsbewegungen: Von Che Guevaras Rachefeldzug in Kongo nach der Ermordung Lumumbas bis zum Ende der Apartheid in Südafrika kämpften 300.000 Kubaner auf Seiten afrikanischer Revolutionäre. Ein Blick auf einen ungewöhnlichen Schauplatz des Kalten Krieges mit selten gezeigten spektakulären Archivaufnahmen von Nelson Mandela oder Che Guevara.

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Afrika unter dem Mikroskop
This is my Africa + Black Business
Film
Do 16.10.2008 20:00h
R: Zina Saro-Wiwa, Nigeria/Großbritannien 2008, 48 min, englische OF
„Schließe Deine Augen und denk an Afrika. Was siehst Du?“ Diese Frage wurde 20 Menschen gestellt, u.a. dem Künstler Yinka Shonibare und dem Filmemacher John Akomfrah. Ein Crashkurs afrikanischer Identität(en): „Ich wollte einen Film machen, der private Erinnerungen nutzt, um das negative und reduktionistische Bild Afrikas zu konterkarieren, das die öffentliche Meinung beherrscht.“
Black Business
R: Osvalde Lewat-Hallade, Kamerun/Frankreich 2007, 90 min, OmE
Ein ergreifender Film über das Kamerun der 90er-Jahre, als die Polizei bei der Bekämpfung der Kriminalität selbst außer Kontrolle geriet. Hunderte verschwanden. Black Business verbindet schockierende Interviews mit sensibler Beobachtung der Trauer zu einer Erforschung der Frage, wie sich Gerechtigkeit selbst in einer brutalisierten Gesellschaft durchsetzen kann.
Munyurangabo
Film
Fr 17.10.2008 20:00h
R: Lee Isaac Chung, USA/Ruanda 2007,97 min, OmE
Können nach einem Genozid die Wunden je heilen? Munyurangabo stiehlt eine Machete und macht sich mit seinem Freund Sangwa auf den Weg in sein ruandisches Dorf, um seine Eltern zu rächen. Dort wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Dieser bewegende Spielfilm ist mit Laiendarstellern eines Filmseminars für Flüchtlinge und Kriegswaise in Ruanda gedreht.
Les maîtres fous + Moi, un Noir
Film
Fr 17.10.2008 22:00h
R: Jean Rouch, Frankreich 1955, 26 min, OmE
Der berühmteste Film des französischen Regisseurs Jean Rouch polarisiert seit seiner Entstehung vor 50 Jahren. Ist er ethnografisches Dokument eines faszinierenden antikolonialistischen Trance-Rituals in Westafrika oder Beleg spätkolonialer Afrika-Romantik?
Moi, un Noir (Ich, ein Schwarzer)
R: Jean Rouch, Frankreich 1958, 72 min, OmE
Mit Moi, un Noir hat Jean Rouch den Begriff der Ethno-Fiction geprägt, stilbildend auch für die Nouvelle Vague. Rouch begleitet einen nigerianischen Dockarbeiter und Veteranen des Indochina-Krieges: Hafenarbeit, Nachmittagsschlaf, abends Glücksspiel – der Zufall entscheidet, wer aus diesem Tag am Ende als Sieger hervorgeht.
Le Fleuve (Der Fluss)
Film
Sa 18.10.2008 20:00h
R: Mama Keita, Guinea 2002,95 min, OmE
Nach dem Mord an einem Drogendealer flieht der junge Alfa nach Senegal, wo er auf ihm unbekannte Verwandte trifft. Geschockt von der Begegnung mit Afrika zieht er weiter, auf der Suche nach einem imaginären Fluss und der eigenen Identität. Krimi und Roadmovie in einem zeigt Le Fleuve eine Gesellschaft, die sich nicht durch den Fluss von Kapitalströmen, sondern den der Emigration globalisiert.
Daratt. Zeit der Entscheidung
Film
Sa 18.10.2008 22:00h
R: Mahamat-Saleh Haroun, Tschad/Frankreich 2006, 95 min, OmU
Eine Parabel über den Teufelskreis der Gewalt und die (Un)Möglichkeit von Vergebung, im Tschad, nach dem Bürgerkrieg: Atim, in der Tasche einen Revolver, lässt sich von dem Mann anstellen, der seinen Vater getötet hat. Doch seine Tat umzusetzen, fällt ihm schwerer als erwartet. Mahamat-Saleh Haroun: „Mich interessiert die Landschaft nach dem Sturm, das Leben, das hartnäckig weitergeht, inmitten von Ruinenfeldern und verbrannter Erde.“ Großer Spezialpreis der Jury in Venedig.

Deweneti + Un matin bonne heure (Eines frühen Morgens)
Film
So 19.10.2008 16:00h
R: Dyana Gaye, Senegal/Frankreich 2006, 15 min, OmE
Ousmane lebt in Dakar, ist sieben Jahre alt, besucht eine Koranschule und muss seinen Lebensunterhalt mit Betteln verdienen. Doch eines Tages hat er die rettende Idee: Er schreibt dem Weihnachtsmann.
Un matin bonne heure (Eines frühen Morgens)
R: Gahité Fofana, Guinea/Frankreich 2006, 77 min, OmE
Zwei Jungen machen sich eines Morgens auf den Weg zum Flughafen von Conakry, in der Tasche ein Brief: „Ihre Exzellenzen, die Herren Verantwortlichen in Europa: An Ihre Solidarität appellieren wir …“. Zwei Tage später werden sie in Brüssel gefunden, erfroren im Fahrwerk eines Düsenjets. Der Film beschreibt die letzten 48 Stunden der beiden, sensibel und ohne jede Didaktik.
Delwende
Film
So 19.10.2008 18:00h
R: Pierre Yameogo, Burkina Faso 2005, 90 min, OmE
Politisch hochbrisanter Film um Männer, Macht und Hexenjagd: Als in einem Dorf die Meningitis kursiert, wird die unbequeme Naboko zur „Seelenesserin“ erklärt und muss fliehen. Ihre Tochter, nach einer Vergewaltigung ins Nachbardorf verheiratet, macht sich auf die Suche.
Bamako
Film
So 19.10.2008 20:00h
R: Abderrahmane Sissako, Mali/Frankreich 2006, 118 min, OmU
Eine fiktive Gerichtsverhandlung in einem Hinterhof: Auf der Anklagebank sitzen IWF und Weltbank. Nebenan geht das Leben von Bamako weiter, Kinder spielen zwischen Hunden, eine wunderschöne Frau singt ein Liebeslied, ein Mann stirbt. Auf so brillante wie lakonische Weise zeigt der Film, wie die nördliche Welt mit der südlichen umgeht.

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Négritude
Borom Sarrett + La noire de… (Black Girl)
Film (Einführender Vortrag mit Diskussion: Manthia Diawara)
Film
Do 23.10.2008 20:00h
R: Ousmane Sembène, Senegal 1962, 22 min, OmE
Ein Karrenschieber verliert seine Existenz, weil er es wagt, die willkürliche Grenze ins moderne Verwaltungsviertel Dakars zu überschreiten … Borom Sarett ist der erste von einem afrikanischen Filmemacher in Afrika gedrehte Film.
La noire de… (Black Girl)
R: Ousmane Sembène, Senegal 1966, 65 min, OmE
Als Dienstmädchen an die Riviera mitgenommen, erfährt eine junge Frau aus dem Senegal, was es bedeutet, auf „das schwarze Mädchen“ reduziert zu sein. Mit seinem sozialrealistischen Ansatz setzt Sembène einen bewussten Kontrapunkt zu einer ethnisch betonten Identitätspolitk, wie sie die Négritude-Bewegung forderte.
Les Princes Noirs de St.Germain-des-Pres + Lettre à Senghor + Badou Boy
Film
Fr 24.10.2008 20:00h
R: Ben Diogaye Beye, Senegal 1975, 15 min, französische OF
Eine Satire über junge Männer, die das Blaue vom Himmel herunter lügen, um die Sehnsucht junger Frauen nach Exotik zu befriedigen.
Lettre à Senghor (Brief an Senghor)
R: Samba Félix Ndiaye, Senegal 1998, 47 min, OF mit französischen UT
Ein durchaus zwiespältiges Bild von Leopold Senghor – Dichter, erster Staatspräsident des Senegal und Übervater der Négritude.
Badou Boy
R: Djibril Diop Mambéty, Senegal 1970, 59 min, französische OF
Ein durchtriebener Junge wird von einem übergewichtigen Polizisten verfolgt: „Ein ausgelassener Film aus dem Senegal, der nicht für europäisches Publikum gemacht wurde, sondern für die Menschen der afrikanischen Metropole.“ (zweitausendeins.de/filmlexikon)
Touki Bouki
Film
Fr 24.10.2008 22:00h
R: Djibril Diop Mambéty, Senegal 1973, 86 min, OmU
Um nach Frankreich – ins Gelobte Land – aufbrechen zu können, müssen Monty und Anta erst einen reichen Playboy ausnehmen. Aber diese Reise wird Monty nie antreten… Ein Meilenstein des afrikanischen wie des internationalen Films: Schnelle, harte Schnitte, symbolkräftige Montagen, Bilder von enormer Suggestionskraft.

En Attendant les Hommes + Traces, Empreintes de Femmes
Film
Sa 25.10.2008 20:00h
R: Katy Lena Ndiaye, Senegal/Frankreich 2007, 56 min, OmE
Am Rande der Sahara ist die Gesellschaft von Tradition und Religion dominiert. Doch drei Frauen fühlen sich nicht dazu bestimmt, „auf die Männer zu warten“.
Traces, Empreintes de Femmes (Spuren und Lebensspuren der Frauen)
R: Katy Lena Ndiaye, Senegal/Frankreich 2003, 52 min, OmE
Der Film wirft einen Blick in die Welt der Frauen und ihrer Wandmalereien in einem Dorf in Burkina Faso. Ein außergewöhnlich fotografiertes, feinfühliges Porträt einer Gesellschaft unter enormem Wandlungsdruck.
L’Appel des Arènes (Der Ruf der Arenen)
Film
Sa 25.10.2008 22:00h
R: Cheikh Ndiaye, Senegal/Frankreich/Marokko/Burkina Faso 2006, 105 min, OmU
Wrestler haben in Senegal einen besonderen Status, sie sind Athleten und Weise zugleich. In deren Welt gerät Nalla, ein Junge aus gutem Hause, der von einem der Ringer vor Hooligans gerettet wird. Doch das Wrestling hat auch eine Schattenseite, die von der Mafia kontrollierten Stadien. Das ist die Welt von Sory, arbeitslos und Gelegenheitsdieb. Ein intensiver Blick auf den Zusammenprall von Mythen und sozialer Realität.
Un amour d’enfant (Eine Kinderliebe)
Film
So 26.10.2008 14:00h
R: Ben Diogaye Beye, Senegal/Marokko/Frankreich 2003, 90 min, OmE
Der Film zeigt das Leben von fünf Mittelschichts-Kindern in Dakar: nach außen hin sind es ganz normale junge Menschen an der Schwelle zur Jugend, zwischen Schule und Spiel auf der Straße, zwischen erster Liebe und Herzschmerz. Doch bei genauerem Hinsehen ist der Film auch eine Sozialstudie über die prekäre Situation der Mittelklasse in einem globalisierten Afrika, liebevoll, aber nie kitschig.
Négritude
Panel
So 26.10.2008 16:00h
mit Salah Hassan (Kurator und Professor an der Cornell University), Kassé Maguèye (Professor an der Université de Dakar) Simon Njami (tbc), Moussa Sene Absa (Regisseur), Peter Stepan (Goethe-Institut) (tbc); Moderation: Manthia Diawara
Ethnische Definitionen von Identität, wie sie die Négritude vertritt – Rückkehr zu den Wurzeln, emotionale Bilder als Essenzen einer afrikanischen Identität, Aneignung kultureller Symbole – sind nach der Hochzeit des sozialen Realismus erst in jüngster Zeit wieder im Film zu erleben. Das Panel befasst sich mit der Wiederentdeckung der Négritude, ihrer Wandlung in Zeiten des Postkolonialismus und ihrer Bedeutung für das aktuelle afrikanische Kino.
Ça twiste à Poponguine (Der Twist in Poponguine)
Film
So 26.10.2008 18:00h
R: Moussa Sene Absa, Senegal 1993, 90 min, OmE
Diskussion mit dem Regisseur
1960er-Jahre, das Dorf Poponguine in Senegal. Jugendliche schütteln im Twist-Fieber jahrhundertealte Traditionen ab. Doch ein Streit unter Gangs droht den Traum vom Aufbruch zu zerstören… Dieses afrikanische Pendant zu American Graffiti lässt eine Zeit auferstehen, in der sich westliche Einflüsse je nach Bedarf absorbieren ließen, um den so privaten wie zerbrechlichen Traum vom Glück zu leben.
Le Prix du Pardon (Der Preis der Vergebung)
Film
So 26.10.2008 20:00h
R: Mansour Sora Wade, Senegal 2002, 90 min, OmU
Existenzbedrohender Nebel hängt über einem Fischerdorf, nur einem jungen Mann gelingt es, ihn zu lüften. So gewinnt er die Liebe der schönen Maxoy – und zieht sich die tödliche Eifersucht seines besten Freundes zu. Eine tragische Geschichte nimmt ihren Lauf, in der die Frage nach dem Preis der Vergebung eine unerwartete Antwort findet. Intensive Farbakzente und die Musik der Stars Youssou N’Dour und Wasis Diop verleihen dem Film eine einmalige Atmosphäre.

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Nollywood
The Nollywood Style + Mission Nollywood - Peace Mission
Film
Do 30.10.2008 20:00h
R: Awam Ampka & Manthia Diawara, Nigeria/ USA 2008, 20 min, englische OF
Nollywood, das nigerianische Hollywood, ist ohne „Entwicklungshilfe“ von außen entstanden: Einfachste Technik, Videokameras, low bis no budget – und ein immenser Erfolg beim heimischen Publikum.

Nollywood. Just doing it
R: Jane Thurborn, 30 min, englische OF
Nigeria/UK 2008
Diskussion mit Awam Ampka und Dorothee Wenner
Der Film beleuchtet die Gratwanderung zwischen „Learning by Doing“ und erwachendem Interesse der Regierung.
Mission Nollywood – Peace Mission
R: Dorothee Wenner, Deutschland 2008,80 min, OmU
Diskussion mit der Regisseurin (tbc)
Mission Nollywood – Peace Mission zeigt den ganz besonderen Stil dieser Filme, angefangen bei den Produktionsbedingungen bis hin zu Inszenierungstechniken. Der Film folgt einer der zentralen Protagonistinnen der Szene, Peace Aniyam Fiberesima, deren erklärtes Ziel es ist, das Nollywood-Kino zu neuen Dimensionen zu führen.
Living in Bondage
Film
Fr 31.10.2008 19:00h
R: Kenneth Nnebue, Nigeria 1992, 140 min, englische OF
„Der Film“, so der Guardian, „belegt die wildesten und liebsten Vermutungen der Nigerianer, dass all diese obszön reichen Männer nur zu ihrem Geld gekommen seien, indem sie das Blut ihrer Frauen getrunken hätten. Die Rettung vor den Geistern liegt dann in der Hinwendung zu Jesus.“
Thunderbolt
Film
Fr 31.10.2008 22:00h
R: Tunde Kalani, 138 min, OmE, Nigeria 2001
Ngosi ist eine junge elegante Igbo-Dame, Yinka ist ein Yoruba. Gegen den Willen ihrer Verwandten heiraten die beiden, doch die Schwierigkeiten lassen nicht lange auf sich warten: Der eifersüchtige Yinka belegt Ngosi mit dem Magun, einem Fluch, der sie selbst und einen etwaigen Geliebten mit dem sofortigen Tod bestraft.
Violated
Film
Sa 01.11.2008 20:00h
R: Amaka Igwe, ca. 240 min (in zwei Teilen), OmE
Nigeria 1996
Herzschmerz vom Feinsten: Eine Geschichte um Geheimnisse, Verrat, und die übermächtige Kraft der Liebe. Eine wunderschöne Frau aus armen Verhältnissen verliebt sich in einen jungen Mann aus gutem Hause. Doch das Glück wird auf eine harte Probe gestellt. Zuerst kehrt die Ex des Mannes zurück und sorgt für Wirbel, dann taucht der frühere Arbeitgeber der jungen Frau auf: Er hatte sie vergewaltigt, geschwängert und anschließend verstoßen. Was wissen die beiden Liebenden wirklich voneinander? Kann ihre Liebe diesen Schlägen standhalten?
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Fokus Südafrika
Conversations on a Sunday Afternoon
Film
So 02.11.2008 16:00h
R: Khalo Matabane, Südafrika 2005, 80 min, OmE
Eine beeindruckende Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Krieg und Vertreibung, in der die Grenzen zwischen Fiktion und Dokumentation bewusst verwischt werden: Keniloe, ein junger Dichter in Johannesburg, kommt im Park mit Fatima ins Gespräch, die vor den Gräueln in Somalia geflohen ist. Er beschließt, ihre Erfahrungen als Grundlage für ein Buch zu verwenden. Doch plötzlich ist sie verschwunden. Keniloe macht sich – mit einem Video-Rekorder ausgestattet – auf die Suche.
Bunny Chow
Film
So 02.11.2008 18:00h
R: John Barker, Südafrika 2006, 95 min, OmE
Drei Standup-Comedians – ein Frauenheld, ein zweifelnder Muslim und der dritte ein eher ernsthafter Tellerwäscher mit großen Ambitionen – machen sich auf den Weg nach Oppikoppi, Südafrikas größtem Rockfestival. Sie erhoffen sich dort den großen Auftritt und jede Menge Sex, Alkohol und Drogen. Was sie dann erleben, entspricht nicht ganz ihren Erwartungen …
Heartlines
Film
So 02.11.2008 20:00h
R: Angus Gibson, Südafrika 2006, 97 min, OmE
Eine zweite Chance kann ein Leben verändern: Manyisa, von seiner gewalttätigen Vergangenheit geprägt, erhält sie von Pastor Jacob Musi – aber der Kirchenchor ist nicht seine Welt. Langsam gelingt es dem Sohn des Pastors, Manyias Vertrauen zu gewinnen, doch da droht ihn seine Vergangenheit einzuholen. Sein ehemaliger Bandenchef fordert ihn zurück. Manyisa muss sich entscheiden.
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AFRIKAMERA 2008: FESPACO 2007 Migrating Identies.
Africa Paradis
Film
Do 06.11.2008 19:00h
R: Sylvestre Amoussou,Benin, 2006, 86 min, OmE
Diskussion mit dem Regisseur
Africa Paradis dreht die Perspektive um: Der Film zeigt nicht Afrikaner, die auf illegalem Wege nach Europa gelangen, sondern ein französisches Paar, das von einem besseren Leben in Afrika träumt: Weil sie kein Visum für die „Vereinigten Staaten von Afrika“ erhalten, müssen der Ingenieur Olivier und die Lehrerin Pauline die Dienste eines professionellen Schleppers in Anspruch nehmen …
Question à la Terre Natale
Film
Fr 07.11.2008 20:00h
R: Samba Félix N’Diaye, Senegal 2006, 52 min, OmE
Diskussion mit dem Regisseur
Nach Jahrzehnten des Exils kehrt Samba Félix Ndiaye in seine Heimat Senegal zurück. Er erkennt Dakar, die Stadt seiner Jugend, kaum wieder. Auf der Suche nach Erklärungen trifft er alte Freunde, Intellektuelle und Mitglieder internationaler Organisationen. Sie zeichnen ein schonungsloses Bild des neuen Afrika, das der westlichen Berichterstattung entschieden widerspricht.
Conakry Kas, The People of Conakry
Film
Fr 07.11.2008 22:00h
R: Manthia Diawara, Guinea/USA, 2004, 82 min, englische OF
Mit der Unabhängigkeit im Jahre 1958 begann in Guinea ein kultureller Aufbruch mit neuen Kunstformen, inspiriert von traditionellen afrikanischen Kulturen. Fast ein halbes Jahrhundert später kehrt Manthia Diawara in das Land zurück, um zu sehen, was von dieser „kulturellen Revolution“ geblieben ist.
“Cinéma du Metissage”
Potenziale und Perspektiven des aktuellen Kinos aus Afrika
Panel
Sa 08.11.2008 16:00h
mit Michel Ouédrago (Direktor des FESPACO), Catherine Ruelle (Filmjournalistin), Aboubakar Sidiki Sanogo (Carleton University/Ottawa), Teresa Hoeffert de Turégano, (Medienboard Berlin-Brandenburg), Sylvestre Amoussou (Regisseur), Samba Felix N’Diaye (Regisseur); Moderation: Dorothee Wenner
Die Arbeiten der „post independence generation“ afrikanischer Filmemacher sind durch die Erfahrung vom Leben in verschiedenen Kulturen geprägt. Die Frage nach der „kulturellen Identität“ stellt sich nicht mehr nur aus der Perspektive des Einwanderers, sondern ebenso aus derjenigen des Heimkehrers. Das Podium diskutiert Potenziale und Perspektiven des aktuellen Kinos aus Afrika als „Kino der doppelten Kulturen.“
Teranga Blues
Film
Sa 08.11.2008 18:00h
R: Moussa Sène Absa, Senegal 2006, 93 min, OmE
Diskussion mit dem Regisseur
Ein urbanes Rap-Musical: Der Musiker Madiké Diop alias Dick wird aus Frankreich ausgewiesen und landet mit Handschellen gefesselt auf dem Flughafen von Dakar. Als ein Freund aus Kindheitstagen ihm den Einstieg in seine Waffenhändlerbande anbietet, schlägt Dick ein – mit verhängnisvollen Folgen.
FARO - La Reine des Eaux (FARO - Geist des Wassers)
Film
Sa 08.11.2008 20:00h
R: Salif TraoréMali/Frankreich/Kanada/Deutschland/Burkina Faso 2007, 96 min, OmU
Diskussion mit der Produzentin Bärbel Mauch
Zanga, als uneheliches Kind aus seinem Dorf vertrieben, kehrt nach vielen Jahren zurück. Er will herausfinden, wer sein Vater ist. Doch bei seiner Ankunft geschieht etwas, das die Dorfbewohner als wütende Reaktion des Flussgeistes Faro auffassen. Konflikte brechen auf, in denen sich die hierarchischen Mechanismen einer männerdominierten, frauen- und kinderfeindlichen Gesellschaft in voller Härte zeigen.
anschl. AFRIKAMERA 2008-Party mit DJ Jimmy Bamba (Radio Multikulti), Eintritt frei

El Ejido, la Loi du Profit (El Ejido - Das Gesetz des Profits)
Film
So 09.11.2008 16:00h
R: Jawad Rhalib, Marokko 2006, 82 min, OmE
Dumpinglöhne, pestizidverseuchtes Wasser, Viehställe als Unterkunft: Unter extremen Bedingungen produzieren illegale Arbeiter aus Afrika im spanischen El Ejido Obst und Gemüse für die Discount-Märkte Europas. Doch für die „Sans Papiers“ sind die Treibhäuser das Tor zum Westen.
Juju Factory
Film
So 09.11.2008 18:00h
R: Balafu Bakupa-Kayinda, Demokratische Republik Kongo 2006, 95 min, OmE
Diskussion mit dem Regisseur
Vor eine Entscheidung gestellt ist der Schriftsteller Kongo Congo: Soll er Matonge, die kongolesische Community Brüssels zu einem Reiseführer mit ethnischen Einsprengseln verarbeiten oder eine kritische Geschichte schreiben? Sein Verleger sitzt ihm im Nacken, Multikulti ist massentauglich. Kongo will die Realität zeigen, aber er braucht das Geld.
Rêves de poussières (Träume aus Staub)
Film
So 09.11.2008 20:30h
R: Laurent Salgues,Burkina Faso/Frankreich, 2006, 86 min, OmE
Eine Goldmine in der Wüste von Burkina Faso, ein Platz für die Ausgestoßenen der Welt. Eines Tages taucht ein malischer Bauer mit einem Koffer in der Hand auf. Er will sein Glück machen – und den Tod seiner kleinen Tochter vergessen, für deren Behandlung er kein Geld hatte.
November 13th, 2008 at 10:31 pm
[…] AFRICAN SCREENS: Nollywood 30.10.2008 - 01.11.2008 Nach der Ölindustrie ist die Produktion von Videos Nigerias größter Arbeitsmarkt. Rund 1.400 Filme entstehen hier pro Jahr – womit Nigeria statistisch gesehen die größte Filmindustrie der Welt hat. Nollywood ist nicht zuletzt deshalb so erfolgreich, weil es allein auf den heimischen Markt ausgerichtet ist: Soaps, Action, Humor, Horror, übernatürliche Phänomene – auf Yoruba, Haussa, Igbo. Die europäische Vorstellung vom afrikanischen Film – geprägt durch Arthouse-Produktionen und Filmförderung – wird hier auf den Kopf gestellt. http://africavenir.com/news/2008/09/2037/ […]