“TGV Express” im Freiluftkino Hasenheide
Am Sonntag, den 31. August um 20.15 Uhr lädt AfricAvenir zur Filmvorführung von Moussa Tourés Road-Movie Klassiker “TGV” ins Freiluftkino Hasenheide ein. Moussa Tourés originelle Komödie avancierte zu einem der erfolgreichsten afrikanischen Filme der letzten Jahre. Mit herrlich abgestimmten Dialogen, streitend, neckend und lachend fährt eine zufällige Gesellschaft von einer augenzwinkernden Anspielung zur nächsten.
>> Download “TGV Express” Flyer Mailversion
TGV EXPRESS — Der schnellste Bus nach Conakry (OmU)
Senegal/ Frankreich 1997, 90 Min, 35 mm
Buch und Regie: Moussa Touré;
Mit Makéna Diop, Al Hamdou Traoré, Bernard Giraudeau, Joséphine M’Boup;
Musik: Wasis Diop
Inhalt:
Held dieses afrikanischen Roadmovies ist ein klappriger, buntlackierter Reisebus, der zwischen der senegalesischen Hauptstadt Dakar und Conakry in Guinea verkehrt. Sein stolzer Besitzer Rambo hat ihn optimistisch und werbewirksam “TGV Express” getauft - wie der französische Hochgeschwindigkeitszug.

Doch Rambo gerät in Schwierigkeiten als seine nächste Fahrt nach Conakry zu platzen droht. Das Volk der Bassari plant an der Grenze zu Guinea einen Aufstand gegen die Regierung. Doch eine Handvoll Passagiere wagen dennoch die ungewisse Reise - unter ihnen ein Ex-Minister auf der Flucht, ein verirrtes europäisches Ethnologenpaar auf der Suche nach der untergegangenen Mandingo-Zivilisation und zwei konkurrierende Marabus, die trotz ihrer magischen Fähigkeiten auch nicht immer rechtzeitig für genügend Kühlwasser sorgen können. Natürlich gerät der Bus unterwegs von einer abenteuerlichen Situation in die nächste, und Rambo und sein Assistent Demba haben alle Hände voll zu tun, um ihre vielfältige Reisegesellschaft durch alle Widrigkeiten der Savanne und politischen Wirren hindurch ans Ziel zu geleiten.

Höchst vergnüglich und vital erzählt, wurde Moussa Tourés originelle Komödie zum Publikumsliebling bei zahlreichen Filmfestivals. Mit herrlich instrumentierten und abgestimmten Dialogen, streitend, neckend und lachend fährt die zufällige Gesellschaft von einer augenzwinkernden Anspielung zur nächsten. Ganz nebenbei erhält man Einblick in den afrikanischen Alltag zwischen moderner Technologie und traditionellem Glauben, zwischen politischer Korruption, traditioneller Gesellschaftsstruktur und kolonialem Erbe. Und es wird klar, dass Humor und unverwüstlicher Optimismus auch Teil einer Überlebensstrategie sind.
Unterlegt mit einem wunderbaren Soundtrack von Wasis Diop!
Regisseur
Moussa Touré wurde 1958 im Senegal geboren und begann seine Karriere beim Film als Ton- und Lichttechniker. Ab 1973 arbeitete er bei verschiedenen Filmproduktionen mit, so etwa bei “L’histoire d’Adèle H.” von François Truffaut, bei Bertrand Taverniers irrem Film “Coup de Torchon” und bei Ousmane Sembenes “Camp de Thiaroye”.
1987 entstand mit „Baram“ sein erster Kurzfilm, vier Jahre später drehte Touré seinen ersten Spielfilm: „Toubab Bi“, der bei zahlreichen Festivals ausgezeichnet wurde. Neben François Truffaut und Bertrand Tavernier zählt Touré den amerikanischen Regisseur John Ford zu seinen Vorbildern. Aber, so stellt Touré klar: „Ich bin Afrikaner mit einer afrikanischen Sichtweise. Und ich mache afrikanisches Kino.“
Moussa Touré lebt in einem Vorort von Dakar bei Rufisque, wo er seine eigene Produktionsfirma aufgebaut hat (Les Films du crocodile) und in einem kleinen Heimstudio sein digitales Filmmaterial bearbeitet und schneidet. Jedes Jahr lädt der im Senegal berühmte Regisseur zu einem Open Air Filmfestival in Rufisque ein, „Moussa Invite“ („Moussa lädt ein“), das in Kooperation mit dem Filmfestival von Barcelona organisiert wird. In diesem Jahr stand das Festival unter dem Motto „L’Afrique qui se filme“ („Afrika filmt sich selbst“) und zeigte neben den zahlreichen Filmen seiner Kollegen und Freunde unter anderem auch die neuste Produktion von Touré selbst, ‘’Xulli Bët’’ oder auch „Xalibeut“ (les yeux grand ouvert / Mit offenen Augen), ein Dokumentarfilm über seine Reise durch Indien.
Mit Xalibeut, so Touré, „wollte ich zeigen, dass nicht nur die Anderen uns beobachten können. Auch wir können die anderen beobachten, die Kamera erlaubt es uns, sie ist wie unsere Augen.“ Weitere Besonderheit: der Dokumentarfilm ist auf Wolof, also für das Publikum im Senegal gemacht. Indien, so Touré weiter, hat sich in allen Bereichen für seine eigene Sprache entschieden und Indien entwickelt sich. Warum also zögert Senegal immer noch, Wolof zur offiziellen Sprache in Bildung und Administration zu machen? Der Film ist der Familie von Sembène Ousmane gewidmet, der als einer der ersten afrikanischen Filmemacher seine Filme in Wolof drehte.
Presse
„… ein Film, der sich einen ironischen Blick erlaubt auf die Verhältnisse in Westafrika und ganz auf Folklore verzichten kann, ohne die kaum ein europäischer oder amerikanischer Film über Afrika auszukommen scheint.“ (Thomas Steinberg, kiez e.V., Dessau, 2004)
„Es wird klar, dass Humor und unverwüstlicher Optimismus für Moussa Touré auch Teil einer Lebensstrategie sind: ´Wenn ich in Burkina oder einem anderen afrikanischen Land bin, versuche ich Vergleiche zu ziehen, und ich finde vor allem Ähnlichkeiten. Ich glaube, dass heute jeder Afrikaner ein Road-Movie machen muss. Mein Film ist eine Fahrt, die in Senegal startet und rund um Afrika führt. Kriege, Freude, Leiden sind für alle Afrikaner dieselben. Wir sind alle entweder Mohammedaner oder Christen, aber wir sind alle ebenfalIs Fetischpriester. So ist das moderne Afrika.´“ (lernzeit.de, WDR, 2005)
„Moussa Touré zeigt Afrika von seiner schillernden, mystischen, aber auch komischen Seite. Ein Kleinod des afrikanischen Films, dem viele neugierige Zuschauer zu wünschen sind.“ (Thomas Rehmet, Stuttgarter Nachrichten)
„Der senegalesische Regisseur Moussa Touré zeigt in “TGV Express - Der schnellste Bus nach Conakry”, was amerikanische und europäische Produktionen selten zeigen: den ganz normalen afrikanischen (Irr-)Witz. […] Mit viel Witz und Situationskomik ausgestattet, kommt das afrikanische Roadmovie schnell in Fahrt und schafft in unterhaltsamen 90 Minuten nichts weniger als eine aktuelle Bestandsaufnahme afrikanischer Befindlichkeiten.“ (Tilman Weigele, 2000, Stuttgarter Nachrichten)
Preise und Auszeichnungen
1998 : Sonderpreis der Jury beim Festival International du Film Francophone de Namur
1998 : ACCT Preis des besten Films beim Festival International du Film Francophone de Namur
1998 : ACCT Preis des besten Hauptdarstellers (Komödie) für Omar Seck beim Festival International du Film Francophone de Namur
1998 : ACCT Preis der besten Komödie (besondere Erwähnung für Josephine Zambo) beim Festival International du Film Francophone de Namur
1998 : Publikumspreis Filmfestival Mannheim-Heidelberg
1999 : Publikumspreis beim Festival in Mailand
2000 : Preis der Jury beim Festival CinemAfrica
Einttritt 6,00 Euro
KASSENÖFFNUNG 30 Min. vor Beginn der Vorstellung
Kartenreservierung und Infotelefon: 283 46 03
U-Bahnanbindung: U7 Hermannplatz / U8 Boddinstraße
Buslinien: M29, M41, 171, 344, 194
Nachtbuslinien: N7, N8, N47, N94
