AfricAvenir e-journal: ‘african reflections’ (1/2007)
Thema des ersten e-journals von AfricAvenir International e.V. ist die kritische Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit und Gegenwart Deutschlands und Europas und dessen Fort- und Einschreibung in die gesellschaftliche und politische Gegenwart.
>> Download: e-journal 1/2007 (pdf, 476 kb)
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Liebe Leserinnen und Leser,
vor Euch liegt oder flimmert das erste eJournal von AfricAvenir International e.V. Mit einiger Verspätung haben wir es nun endlich geschafft, diese lang geplante und ersehnte Zusammenstellung der Ergebnisse unserer Arbeit des letzten Jahres zu verwirklichen.
2006 haben wir die Veranstaltungsreihe ‚african reflections‘ in Leben gerufen. Sie bestand aus Film- und Diskussionsveranstaltungen, Szenischen Lesungen, Workshops und der Neugestaltung unserer Website. Dabei trafen viele Leute aufeinander, es entstanden spannende und perspektivenverschiebende Diskussionen, Vorträge und Eindrücke, die nicht nur AfricAvenir und unsere Arbeit als ein konstruktives Echo begleiten.
Um die entstandenen Diskussionen und Gedanken fortführen und vertiefen zu können, haben wir in diesem eJournal eine Sammlung verschriftlichter Beiträge unseres Dialogforums gesammelt und, daran anlehnend, weitere hinzugefügt. Das Anliegen von ‚african reflections‘ war es, sowohl die aktuellen afrikanischen Debatten um eine kulturelle, wirtschaftliche und politische Renaissance des Kontinents als auch die kritische Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit und Gegenwart Deutschlands und Europas einem breiten Publikum vorzustellen.
Im Dialogforum ging es dabei vor allem um die Beschäftigung mit dem deutschen und europäischen Kolonialismus und dessen Fort- und Einschreibung in die gesellschaftliche und politische Gegenwart. Um zu verstehen, wie AfricAvenir zu diesem Fokus kam, ist ein kleiner Exkurs nötig: Die Auseinandersetzung mit den afrozentrischen und emanzipatorischen Perspektiven der Afrikanischen Renaissance hatte für uns zur Konsequenz, dass wir Problemzusammenhänge in Afrika bzw. Themen der Afrikanisch-Europäischen Beziehungen neu verstehen lernen und uns kontinuierlich mit unseren Klischees, Vorurteilen und tagtäglichem Rassismus auseinander setzen mussten.
Als Gruppe von hauptsächlich in Deutschland Sozialisierten und zu einem Großteil ‚Weißer‘ mussten wir erkennen, dass es nicht reicht, Vorträge oder Veranstaltungen von Afrikanischen und Schwarzen Wissenschaftler / innen, Künstler / innen und Aktivist / innen zu besuchen und auf diese Weise allein Veränderungsprozesse hervorzurufen. Es kann unserer Ansicht nach nur zu einem Dialog zwischen ‚Afrika‘ und ‚Europa‘ und zwischen ‚Schwarzen‘ und ‚Weißen‘ kommen, wenn auch die von Rassismus profitierende Seite aktiv daran arbeitet, die eigene Verstricktheit in koloniales und rassistisches Denken und Handeln zu erkennen und verantwortlich damit umzugehen.
AfricAvenir International e.V. engagiert sich deswegen dafür, die Afrikanisch-Europäischen Beziehungen unter Berücksichtigung des Ansatzes der Kritischen Weißseinsforschung zu untersuchen. Dazu gehört für uns auch, uns intern mit unserer privilegierten Position als weißer Organisation in Deutschland auseinander zu setzen und in unsere praktische Arbeit einfließen zu lassen. Erst die andauernde Beschäftigung mit Rassismus und Kritischem Weißsein und der verantwortliche Umgang mit Privilegien ermöglicht uns eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Afro-Deutschen, Afrikanischen und migrantischen Gruppen, um gemeinsam rassistische Strukturen zu erkennen und aufzubrechen.
Unser Dank geht an die Autor / innen der Texte, an Nayeli Zimmermann, die für das Layout dieses eJournals verantwortlich ist, und natürlich an die Institutionen und Menschen, mit denen wir zusammen gearbeitet haben.
Wir wünschen Euch eine gute Lektüre und die eine oder andere konstruktiv-verstörende Erkenntnis.
,Eure „eJournaillen“ von AfricAvenir.
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Inhaltsverzeichnis:
- Editorial
- Rosa Amelia Plumelle-Uribe: Von der kolonialen Barbarei zur Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus
- Kum’a Ndumbe III.: Afrika in der NS-Planung eines groß-germanischen Reiches
- Katharina Oguntoye: Afrikanische Zuwanderung nach Deutschland zwischen 1884 und 1945
- Martha Mamozai: Frauen und Kolonialismus – Eine weibliche Variante des „Herrenmenschentums“
- Chandra-Milena Danielzik und Romin Khan: Statisten ihres eigenen Alltags. Townshiptouren in Kapstadt als Herausforderung für die Tourismuskritik
- Interview mit Susan Arndt: Ein Gespräch zur Kritischen Weißseinsforschung in Deutschland
- Daniel Bendix: Rezension - „Weißsein im Widerspruch“ von Eske Wollrad
December 2nd, 2007 at 7:34 pm
[…] Dieser Artikel ist erschienen in AfricAvenir e-journal 01/2007, November 2007 >> e-journal 01/2007 herunterladen >> Diesen Text als pdf-Datei herunterladen […]
December 5th, 2007 at 1:57 pm
[…] Veröffentlichung als regelmässig erscheinendes e-Journal. No Comments Leave a Commenttrackback addressThere was an error with your comment, please try again. name email (will not be published)url […]
December 10th, 2007 at 3:18 pm
[…] AfricAvenir e-journal 01/2007 Unter dem Titel “Kolonialismus, Nazionalsozialismus, Rassismus - Kontinuitäten und Brüche” setzt sich AfricAvenir International e.V. in seinem ersten e-journal kritisch mit der kolonialen Vergangenheit Deutschlands und Europas und dessen Fort- und Einschreibung in die gesellschaftliche und politische Gegenwart auseinander. (mehr) […]