Polizeikontrolle nach Hautfarbe
Deutsche Polizei kontrolliert nach Hautfarbe und Deutschkenntnissen. 9 Mitglieder der Flüchtlingsinitiative Brandenburg pauschal verdächtigt.
PRESSEERKLÄRUNG / PRESS RELEASE
Berlin, den 10.06.2006
Pauschalverdächtige zu Gast bei Feinden
9 Mitglieder der Flüchtlingsinitiative Brandenburg waren heute Morgen auf dem Weg zu einer antirassistischen Konferenz in Hamburg.
Auf dem Hauptbahnhof Berlin wurden sie von der Bundespolizei angehalten und eine Personalienkontrolle durchgeführt. Auf Rückfrage, warum gerade sie kontrolliert werden, wurde ihnen sinngemäß geantwortet, dass dies so sei, weil sie Ausländer sind. Zur Sicherung der WM gäbe es jetzt viele Kontrollen, da viele “Illegale” nach Deutschland eingereist sind.
Nach Rückfragen der Antirassistischen Initiative Berlin über die Ursache der rassistischen Kontrolle bei der verantwortlichen Pressesprecherin Polizeioberrätin Hartmann, antwortete diese sinngemäß: Wir kontrollieren nach Hautfarbe und wenn jemand nicht Deutsch spricht. So beginnen unsere Kontrollen, da die Wahrscheinlichkeit bei solchen Leuten größer ist, dass sie irgendeine Straftat begangen haben.
Wir, die Flüchtlingsinitiative Brandenburg und die Antirassistische Initiative Berlin verurteilen diesen Generalverdacht aufs Schärfste. Schon am zweiten Tag der Fußball WM zeichnet es sich ab, dass die Menschen, die hier in Deutschland leben und nicht dem rassistischen Bild des “ordnungsgemäßen Bürger” (weiß und deutsch) entsprechen, pauschal verdächtig sind und sich unter Feinden befinden.
Antirassistische Initiative Flüchtlingsinitiative Brandenburg
S. Gramer (für den Vorstand) Tita Denis
Für Rückfragen bei der Bundespolizei:
Polizeioberrätin Hartmann
+49 (0)30 91144 3500
An Overall Suspicion of Guests by German Enemies:
Nine members of the organisation, Flüchtlingsinitiative Brandenburg were today controlled on their way to an anti racist conference in Hamburg by the German border police officers because they are ” foreign looking” and could not speak German. The control took place at the Berlin main train station (Hauptbahnhof Berlin).
When the members of this organisation asked the police why the control, the police officers answered that it must be like that since they are foreigners. The police continued, to institute security for the world cup, there are so many controls since many “illegal” people have entered Germany.
When the Anti Racist Initiative Berlin heard of the control and contacted the police, the speaker of the police, Mrs. Hartmann answered in her logic that they control in relation to skin colour and when one does not speak German. It is from these reasons that we commence since the probability is very high that they have committed a crime.
We members of the Flüchtlingsinitiative Brandenburg and Anti Racist Initiative Berlin strongly condemn this overall suspicion of “foreign looking people or those who cannot speak German. Already on the second day of the world cup qualifying matches, it is portrayed that people who live in Germany are sweepingly suspected as criminals if they are not white.
ARI Berlin
S. Gramer
Flüchtlinginitiative Brandenburg
c/o Antirassistische Initiative e.V.
Colbestraße 19
D - 10247 Berlin
+49 (0)30 785 72 81
Kontakt:
Tita Denis +49 (0)177 / 7201629
To contact the German border police, Mrs. Hartmann
0049 (0) 3091443500
__._,_.___
http://www.AfricAvenir.org
June 14th, 2006 at 1:55 pm
…wo ist nun das problem wenn 9 leute von eurem club kontrolliert werden? ich werde auch oft d
durch die niederlaendische polizei kontrolliert da ich mit einem deutschen kennzeichen
die grenze ueberschreite. ich fuehle mich nicht diskriminiert. also nicht gleich afuregne und es mal locker sehen…
besten gruss,
martin
June 16th, 2006 at 11:11 am
Lieber Martin,
siehst du nicht ‘ganz locker’ einen gewissen Unterschied zwischen “Kontrolle wegen eines deutschen Kennzeichens” und “Kontrolle wegen Hautfarbe und Deutschkenntnissen”?
Grüße
Maja
June 22nd, 2006 at 4:54 pm
beste gruesse aus windhoek.
lieber martin, erstens heisst das motto der wm> zu gast bei freunden>. hm, wenn ich angolaner mir meine mannschaft angucken moechte und nach deutschland komme, allerdings zunaechst als potentieller straftaeter untersucht werde, kann ich wohl nicht ganz locker bleiben.
ich bin weiss und lebe in einem schwarzen land. stell dir vor, ich wuerde hier in wenn
windhoek wegen meiner anderen (in diesem falle weissen) hautfarbe wegen der polizei kontrolliert werden, da ich potentiell straftaeter bin. ist das fuer einen liberalen rechtsstaat normal? kannst du das gut heissen, wenn du wegen deiner hautfarbe unter generalverdacht stehst? und wie wuerdest du dich persoenlich als mensch vorkommen,wenn du solch ein rassistisches verhhalten tag taeglich dir gegenueber wahrnehmen muesstest. wie wuerdest du dieses land wahrnehmen.?
bitte versetze dich in die lage eines menschen, der seine hautfarbe immer praesent hat. aus deinem auto kannst du aussteigen. deine hautfarbe verlierst du nie. gruss, christian
November 5th, 2007 at 7:32 pm
[…] Eines tages spielt sich die übliche Szene auf dem Bahnsteig gegnüber ab (Schaubild 1): 2 Polizisten und 3 U-BahnWachteln (die heißen wirklich so) gehen zielstrebig auf ein paar Vitnamesen zu die auf die Bahn warten. Ich denk mir wieder so jetzt reichts. Und siehe da diesmal reicht es wirklich. Ich rufe in etwa das herüber: “Super wie ihr das macht. Toll wie zielstrebig ihr die Ausländer rauspickt und eure rassistischen Kontrollen durchführt. Echt richtig gut wie schnell ihr seht wer nen Ausländer ist, eure rassistischen Reflexe sind ja echt gut trainiert, ihr seid echt großartig!”. Rusch… Auf einmal drehen sich die Fünf in meine Richtung, irgendwie schienen ihnen meine Komplimente nicht gefallen zu haben. Und dann wird es wirklich lustig: Sie lassen von den Vietnamesen ab und laufen die Treppe hoch um zu meinem Bahnsteig rüberzukommen (Schaubild 2). Dazu muss ich sagen das es zwei Verbindungen zwischen dem Bahnsteig der Bullen und meinem gibt. Aber taktisch geschuhlt auf der Jadg nach dem Bösen und Gemeinen laufen alle fünf den gleichen Aufgang hinauf. Der zweite Verbindungsweg ist frei. Ich laufe über die freie Verbindung auf die andere Seite. Kurz gesagt wir tauschen den Bahnsteig, ich bin dort wo die Bullen vorher waren und sie sind dort wo ich bin. Bevor ich in eine U-Bahn einsteige sehe ich noch wie sie irgendeinen anderen jungen Deutschen kontrollieren, freue mich, winke ihnen noch einmal zu und fahre zufrieden in die falsche Richtung …und komme zu spät in die Arbeit. […]