Kum’ a Ndumbe III: “Ich klopfte an deiner Tür…”
Zeitzeugnisse eines Grenzgängers zwischen Kontinenten, Kulturen und Menschen unterschiedlicher Herkunft. Traditioneller König in Kamerun, Politikwissenschaftler, Schriftsteller, in Europa und Afrika gleichermaßen zuhause - Prinz Kum’ a Ndumbe III. Analyse aktueller Entwicklungen auf dem afrikanischen Kontinent, aber auch sein Blick auf die europäisch-afrikanischen Beziehungen und die Entwicklungen der deutschen Gesellschaft sind ungewöhnlich und vielschichtig, fordernd und versöhnlich.
ICH KLOPFTE AN DEINER TÜR …
Zeitzeugnisse in Briefen, Gedichten und Erzählungen,
172 S., ISBN 3-939313-04-1 (978-3-939313-04-5), € 18,50
Wie ergeht es einem afrikanischen Prinzen und Professor in der deutschsprachigen Landschaft? Willkommen, geduldet, vertrieben? Was kann man einem Nelson Mandela sagen, wenn er freiwillig von der Macht abtritt? Wie beweint man in der afrikanischen Tradition den von der korrupten nigerianischen Militärjunta aufgehängten Ken Saro Wiwa? Wie wirkt Hass und Ausgrenzung nach einem Völkermord wie in Ruanda, vor allem wenn Aussöhnung ausbleibt? Und wie verabschiedet man sich von geliebten Menschen, wenn sie sterben und hinübergehen? Briefe, Gedichte und Erzählungen des Autors öffnen ein Fenster zu diesen Fragen.
Aus dem „Brief an meinen Sohn Kheops“:
Ich weiß, für den Wanderweg auf dieser Welt, der zur Zeit vielleicht neunzig Jahre beträgt, obsiegt oft die Arroganz des gewaltsamen Täters, des Verbrechers, des Ausbeuters oder des Ungerechten. Aber irgendwann, auch nach den neunzig Jahren, kommt die Zeit der Abrechnung, und die kann fürchterlich und maßlos sein. Die damalige Gegenwart ist dann Vergangenheit geworden, und die Vergangenheit
wird Gegenwart.
Die damals noch nicht Geborenen sind dann geboren worden und handeln auf dieser Welt, die damals Lebenden sind dann zu den Ahnen hinzugezogen, die Ahnen von damals werden vielleicht zu den noch nicht Geborenen oder sind wiedergeboren worden. Wir, die Lebenden, sind wirklich nicht alleine und unsere Handlungen gehen nicht nur uns an. Alles hängt mit allem zusammen. Das eine fließt in das andere über. Wir tragen Schuld, wenn wir das Gleichgewicht des anderen, der Gruppe, der Gesellschaft oder ganzer Völker ins Wanken bringen. Wir können nur die Schuld von uns abwaschen, wenn wir uns mit allen versöhnen, mit uns selbst, mit dem Opfer, mit den Lebenden, mit den noch nicht Geborenen, mit den Ahnen, mit dem Schöpfer.
Handeln wir so, dass wir den Weg zum Gleichgewicht immer wieder einschreiten. Verhalten wir uns so, dass die heilenden Kräfte des Universums ungestört fließen können.
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